Verfasst von: Ich will raus! | 20. Juli 2011

Rehkeule aus dem Dutch-Oven

So, nun also zu dem vermutlich linken Bein von Bambi:

Ein wunderschönes Stück Fleisch musste seinen Platz in unserem Gefrierschrank nun räumen, da so langsam die Haltbarkeitsgrenze in greifbare Nähe rückt. Mir fällt so etwas immer am Wochenende ein, wenn die Geschäfte geschlossen sind, und nicht spezifisch eingekauft ist. Also, Improvisation heißt das Gebot der Stunde.

Nach dem Auftauen habe ich die Keule entbeint und pariert, tja und dann  aus der Not heraus, in einem großen Gefriersack mit Anissamen, Nelken, Thymian und Weisswein mariniert. (Nein, Knoblauch und Zwiebeln waren nicht im Haus!)

Nach etwa einem halben Tag Einwirkzeit, habe ich aus dem Fleischlappen unter Zuhilfenahme von wunderschönem weiß-violettem Fleischfaden ein schönen Braten geschnürt, und mit schwarzem Pfeffer und Salz gewürzt. Den Sud habe ich durchs Sieb gegossen und das Flüssige aufbewahrt.

Unterdessen hatte ich bereits die Briketts in der Exo-Küche angeheizt. Es sei mir an dieser Stelle der Exkurs gestattet darauf hinzuweisen, dass es sog. Anzündekamine mittlerweile auch von namhaften Herstellern gibt. Ich habe ein Baumarktprodukt und investiere das ersparte Geld in weiß-violetten Fleischfaden.

Sodann hurtig ein wenig Paprika, rot und grün, Möhren und Salzlakekäse aus Kuhmilch (Nein, das ist kein Feta-Käse. Vorsicht: geschützte Ursprungsbezeichnung) zerkleinert.

Der Rest ist schnell erzählt: Öl im Topf erhitzen und den Braten schön rundherum anbräunen. Dann den Sud angiessen, Möhren rein, Deckeldrauf. Auch hier sollten reichlich Briketts auf dem Deckel liegen. Nach etwa einer Halben Stunde den Deckel lüften, Käse und Paprika zugeben. Nach einer weitern halben Stunde ist es soweit, alles ist gar und gut!

Wir haben uns Kartoffelbrei gegönnt, selbstgemacht mit reichlich Tomatenbutter. Das habe ich allerdings in der „Drinnenküche“ zubereitet.

Der alte Kalauer mit Kartoffelpü und Reh ist mir eben erst in den Kopf geschossen, rein zufällig und komplett unbeabsichtigt.

Ps: Bambi war in unserem Fall keine Sie, sondern ein Er. Und bevor er sein Leben verloren hat, wovon er nichts gemerkt hat, hatte er noch Sex. Auf einer Lichtung, an einem lauen Sommerabend. Wirklich, ich war dabei.

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